Vereinsleben erleben

Stammtisch Oktober mit Birgit Rasilainen

Was passiert im KBB? Was macht eine „Chefdisponentin“? Mit diesen (und anderen Fragen) hatte sich unser Vorstandsmitglied, Herr Andreas Schlesiger, ganz besonders auf den heutigen Stammtisch vorbereitet, der unter seiner Leitung stattfand. Er ist als Mitglied im Extrachor auch ziemlich dicht dran an dieser Arbeit, die den Zuschauern im Allgemeinen verborgen bleibt. Und da gibt es sehr viele Aufgaben, zum Beispiel die Erstellung der Tages- und verbindlichen Wochenpläne, Organisation von Shuttles zwischen Plauen und Zwickau, Übernachtungen für Gäste, Dispo von Probenräumen unter Beachtung probenfreier Zeiten, Mitarbeit bei der Jahresdispo … Und das alles unter Berücksichtigung der besonderen Situation, dass wir es hier mit Spielstätten in zwei Städten zu tun haben.

Frau Rasilainen ist jetzt in ihrer dritten Spielzeit am Theater. Sie ist dabei, die Struktur in ihrem KBB etwas anzupassen. So wird die strikte Trennung der Aufgaben nach Plauen und Zwickau abgelöst durch eine konkrete Zuweisung der Zuständigkeiten, unabhängig vom Standort. Dafür stehen ihr mit Herrn Riccardi und Frau Hebestädt zwei engagierte Mitarbeiter zur Verfügung. Überhaupt macht die Arbeit im Team, mit den Menschen, am meisten Spaß, und sie fühlt sich richtig wohl hier und wurde von allen gut aufgenommen.

Richtig Stress entsteht, wenn Unvorhergesehenes dazwischen kommt, z. B. ein Darsteller kurzfristig erkrankt. Dann wird ein erprobtes Prozedere in Gang gesetzt: Meldung an Regieteam, Generalintendant, Geschäftsführung. Der Versuch, Ersatz zu finden im eigenen Ensemble oder aus einem anderen Haus, ist im Musiktheater etwas leichter – verschiedene Stücke werden an verschiedenen Bühnen gespielt bzw. gehören zum Repertoire der Sänger, und man hilft sich untereinander. Dann müssen Transporte, Übernachtungen, Kostüme, die Betreuung der „Aushilfen“ organisiert, Noten, Texte und evtl. Videos der Inszenierung übergeben werden, die Konditionen sind abzusprechen, auch mit dem Stammhaus des Künstlers … Komplizierter ist das im Schauspiel, da muss auch schon mal eine Vorstellung abgesagt werden. Aber das ist zum Glück der Ausnahmefall, da natürlich alle bestrebt sind, keine Aufführung ausfallen zu lassen. Im besten Fall merken wir als Zuschauer gar nichts davon.

Wie wird man Chefdisponentin? Frau Rasilainen stammt aus einem theaterbesessenen Elternhaus, sehr früh besuchte sie z. B. auch Aufführungen in Verona und wurde Balletttänzerin. Ihr Mann ist Opernsänger, und sie sind viel durch die Welt gezogen. Da die aktive Zeit als Tänzerin begrenzt ist, wechselte sie danach „auf die andere Seite“. Dabei kommen ihr – und übrigens auch ihren beiden Mitstreitern, die ebenso Tänzer waren – die Bühnen- und Theatererfahrung natürlich sehr zu Gute.

Es entspann sich eine angeregte Diskussion über besondere Momente, große Herausforderungen, die Lust am Organisieren, die Routine bei Absagen, Zusammenarbeit mit Feuerwehr…
Ein Problem wurde vom Busunternehmen Beck angesprochen: Oft werden große Busse bestellt, aber die Anzahl der Mitfahrenden ist deutlich geringer. Das stört ihn als Unternehmer – aber besonders für das Theater, dem damit unnötige Kosten entstehen. Frau Rasilainen weiß um das Problem, das aus den Vereinbarungen mit den Künstlern rührt. Die Geschäftsführung und der Betriebsrat sind dazu im Gespräch.

Mit viel Applaus und einem kleinen süßen Geschenk wurde Frau Rasilainen verabschiedet, die sich auch bei uns für den netten Abend bedankte.

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